22.09.2022

Land Rheinland-Pfalz baute 2021 Schulden ab

Deutliche Verbesserung im Bundesvergleich

Im Jahr 2021 baute das Land Rheinland-Pfalz Schulden in Höhe von 590 Euro je Einwohner ab. Keinem anderen Flächenland gelang ein höherer Schuldenabbau. Im Bundesländer-Vergleich der Pro-Kopf-Verschuldung sprang das Land dadurch drei Plätze nach oben. Jedoch steht das Land weiterhin ganz unten, wenn es um die Schulden seiner Kommunen geht.

Im Durchschnitt waren die dreizehn deutschen Flächenländer Ende 2021 mit rund 7.350 Euro je Einwohner verschuldet. Dank eines starken Schuldenabbaus liegt die rheinland-pfälzische Pro-Kopf-Verschuldung mit 6.950 Euro erstmals seit langer Zeit unter dem Durchschnitt. Dies geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor.

Demnach sank die Landesschuld im vergangenen Jahr um 590 Euro je Einwohner. Rheinland-Pfalz hatte damit sowohl den höchsten absoluten als auch mit 7,8 Prozent den höchsten relativen Schuldenrückgang der betrachteten Bundesländer. Nur drei weiteren Flächenländern gelang es im Coronajahr 2021, Schulden abzubauen. Dabei handelt es sich um Hessen, das mit einem Abbau um 290 Euro/Einwohner bzw. 4 Prozent auf 7.010 Euro pro Kopf die zweitstärkste Schuldenreduzierung vornehmen konnte. Zudem um Baden-Württemberg (- 90 Euro/Einwohner bzw. 2,1 Prozent auf 4.240 Euro/Einwohner) und Niedersachsen (- 70 Euro/Einwohner bzw.  -0,9 Prozent auf 8.050 Euro/Einwohner).

Alle übrigen Bundesländer nahmen unter dem Strich höhere Kredite auf, als sie abbezahlten. Mit 390 Euro hatte Schleswig-Holstein seine Pro-Kopf-Verschuldung auf 11.390 Euro am stärksten erhöht. Dies entspricht 3,5 Prozent. Sachsen hatte relativ den höchsten Aufwuchs: Plus 25 Prozent neue Schulden – wodurch der sächsische Schuldenstand um 310 Euro je Einwohner auf 1.550 Euro je Einwohner deutlich stieg. Auch in Bayern erhöhte prozentual seinen Schuldenstand stark: Plus 11 Prozent bzw. 150 Euro/Einwohner auf 1.510 Euro pro Kopf.

Verglichen zu anderen Bundesländern kam Rheinland-Pfalz in puncto Neuverschuldung gut durch die Krise. Im Jahr 2021 zahlte das Land erstmals in den Länderfinanzausgleich ein. Zuvor war es stets Nehmerland gewesen. So verwundert es nicht, dass Rheinland-Pfalz von Platz acht der am stärksten verschuldeten Bundesländer auf den fünften Platz vorrückt. Die beiden Krisenverlierer Bayern und Sachsen stehen aber noch immer auf den ersten beiden Plätzen mit den niedrigsten Landesschulden je Einwohner (1.510 Euro bzw. 1.550 Euro). Mit weitem Abstand folgt Baden-Württemberg an dritter Stelle (4.240 Euro). Zudem liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 5.300 Euro noch deutlich vor Rheinland-Pfalz auf Platz vier. Schlusslicht der Flächenländer ist das Saarland (14.810 Euro).

Rheinland-pfälzische Kommunen hochverschuldet

Hingegen stehen die rheinland-pfälzischen Kommunen in ihrer Gesamtheit gar nicht gut dar. Tatsächlich sind sie mit 3.030 Euro je Einwohner so stark verschuldet, dass sie bundesweit das Schlusslicht bilden. Selbst die saarländischen Kreise, Städte und Gemeinden sind mit 2.920 Euro pro Kopf nicht so hoch verschuldet.

Die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung haben die Kommunen in Sachsen mit 550 Euro, gefolgt von denen in Brandenburg mit 570 Euro. Es folgen auf dem dritten Platz die Kreise, Städte und Gemeinden Baden-Württembergs (920 Euro).

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