03.06.2026

Finanzämter in Rheinland-Pfalz nur noch auf Platz 10

BdSt vergleicht Bearbeitungszeiten

Beim Bearbeiten von Einkommensteuererklärungen haben die Finanzämter in Rheinland-Pfalz verglichen zum Vorjahr an Tempo verloren. Mit durchschnittlich 46 Arbeitstagen rutschten unsere Finanzämter im Deutschland-Vergleich von Platz 7 auf Platz 10 ab. Geht es nur um die Einkommensteuererklärungen von Arbeitnehmern, so liegt Rheinland-Pfalz mit 40 Arbeitstagen immerhin auf Platz 3. Doch auch in vielen anderen Bundesländern haben die Finanzämter langsamer gearbeitet als im Vorjahr. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen BdSt-Umfrage.

Je nach Bundesland unterscheiden sich die Bearbeitungszeiten für die Steuererklärungen. Deshalb fragt der Bund der Steuerzahler seit 2017 offiziell bei der Finanzverwaltung nach: „Wie lange dauert es bis zum Steuerbescheid?“ Der aktuelle BdSt-Bearbeitungscheck bezieht sich dabei auf die Steuererklärungen, die bis Ende 2025 für den Veranlagungszeitraum (VZ) 2024 abgegeben wurden. Die Bearbeitungen im Bearbeitungsjahr 2025 erfolgten in vielen Bundesländern im Durchschnitt langsamer. Nur sechs Bundesländer wurden im Vergleich zum Vorjahr schneller.

Positiv ist, dass die Bearbeitungszeit von mehr als 50 Tagen weiter abnimmt. Lagen im Bearbeitungsjahr 2023 (VZ 2022) nur 7 Bundesländer unter 50 Tagen Bearbeitungszeit, waren es im Bearbeitungsjahr 2024 (VZ 2023) bereits 11 und nun, für den VZ 2024, sind es bereits 12 – jedoch liegt kein Bundesland mehr unter 40 Bearbeitungstagen.

Bei der Betrachtung des allgemeinen Durchschnitts liegt Hessen mit 41,1 Bearbeitungstagen auf Platz 1. Am zweitschnellsten ging es mit durchschnittlich 41,5 Bearbeitungstagen in der Bundeshauptstadt Berlin. Mit im Schnitt 42 Bearbeitungstagen folgen Bayern und Sachsen dicht auf Platz 3. Rheinland-Pfalz ist mit durchschnittlich 46 Bearbeitungstagen auf Platz 10 abgerutscht – im Vorjahr war Rheinland-Pfalz mit 43 Bearbeitungstagen noch auf Platz 7. Das Schlusslicht im Vergleich stellt die Hansestadt Bremen mit 56,15 Bearbeitungstagen, dicht gefolgt vom Saarland mit 51,4 Bearbeitungstagen.

Bei Arbeitnehmern kann die Bearbeitung etwas schneller erfolgen, wogegen Selbstständige und Unternehmer eventuell mehr Wartezeit einplanen müssen, da ihre Steuerfälle meist komplexer sind. Werden nur die Einkommensteuererklärungen der Arbeitnehmer betrachtet, so ergibt sich das folgende Ranking: Berlin steht auf Platz 1 mit 37 Bearbeitungstagen, Sachsen folgt auf Platz 2 mit 39 Bearbeitungstagen – und Rheinland-Pfalz sichert sich gemeinsam mit Baden-Württemberg Platz 3 mit je 40 Bearbeitungstagen. Demgegenüber ist die Hansestadt Bremen mit 52,69 Bearbeitungstagen wieder das Schlusslicht, dicht gefolgt vom Saarland mit 49,5 Bearbeitungstagen.

Je nachdem, wie die individuellen Besonderheiten des Finanzamtes oder die Strukturen des jeweiligen Finanzamtsbezirks und die Art der zu bearbeitende Fälle sind, variieren die Bearbeitungszeiten der Finanzämter in Rheinland-Pfalz teils recht deutlich. Der Minimalwert für die durchschnittliche Bearbeitungszeit von Einkommensteuererklärungen belief sich auf 36 Tage, der Maximalwert auf 60 Tage.

Auch der Kollege Computer wird in Rheinland-Pfalz immer wichtiger. Die komplett automationsgestützt bearbeiteten Einkommensteuererklärungen machten für das Veranlagungsjahr 2024 fast 23 Prozent der Fälle aus. Laut dem zuständigen Landesamt für Steuern ist bei den sog. Autofällen dennoch mit einer Zustellung von Steuerbescheiden frühestens 10 Tage nach Abgabe der Steuererklärung zu rechnen.

Hinweis: Den vollständigen BdSt-Bearbeitungscheck können Sie HIER herunterladen.

Bildquelle: © Pixabay/Andreas-Lischka