16.08.2022

Gasumlage: Mehreinnahmen zurückgeben!

BdSt fordert: Keine Mehrwertsteuer auf Gasumlage

Mit der neuen Gasumlage sollen Energieunternehmen vor Insolvenz geschützt werden. Für Bürger und Betriebe wird Gas dadurch noch teurer als bisher. Das Mindeste, was die Bundesregierung tun kann, ist es, die Gasumlage von der Mehrwertsteuer zu befreien. Wie viel die Gasumlage durchschnittliche Haushalte mit Gasverbrauch im Jahr kostet, hat der Bund der Steuerzahler berechnet.

2,419 Cent pro Kilowattstunde müssen Bürger und Unternehmen ab dem 1. Oktober für die neue Gasbeschaffungsumlage zahlen. Das hat „Trading Hub Europe“, ein Zusammenschluss der Gas-Netzbetreiber, heute bekanntgegeben. Hinzu kommt nach derzeitigem Stand die Mehrwertsteuer in Höhe von 0,46 Cent pro Kilowattstunde. Dazu stellt der Bund der Steuerzahler (BdSt) fest: Angesichts der ohnehin schon stark gestiegenen Energiekosten bedeutet die neue Umlage eine erhebliche Mehrbelastung für Privathaushalte und Betriebe. Ganz konkret wird nach BdSt-Berechnungen ein Single-Haushalt (6.000 kWh/Jahr) durch die neue Umlage und die darauf erhobene Mehrwertsteuer pro Jahr insgesamt um rund 170 Euro mehr belastet. Ein Zwei-Personen-Haushalt (10.000 kWh/Jahr) wird um 290 Euro mehr und ein Vier-Personen-Haushalt (18.000 kWh/Jahr) um rund 520 Euro im Jahr mehr belastet.

BdSt-Appell: Keine Mehrwertsteuer auf die Gasumlage!

Der Bund der Steuerzahler fordert, dass die Bundesregierung die verbleibenden Wochen dazu nutzt, um eine Lösung zu finden, dass keine Mehrwertsteuer auf die neue Umlage erhoben wird. Sollte dies nicht gelingen, müssen die Mehreinnahmen durch die Steuer auf die Umlage konsequent an die Bürger zurückgegeben werden – beispielsweise über die Senkung der Stromsteuer auf den von der Europäischen Union vorgegebenen Mindestbetrag! Zur Verdeutlichung: Allein die Mehrwertsteuer, die auf die Gasumlage erhoben wird, beträgt bei einem Vier-Personen-Haushalt rund 80 Euro pro Jahr.

Unabhängig von der Diskussion um die Besteuerung der neuen Umlage muss klar sein, dass die Gasumlage nur so lange wie dringend nötig erhoben werden sollte. Sobald die Gasimporteure wieder in der Lage sind, die Mehrkosten ohne die Gefahr einer Insolvenz zu tragen, sollte die Umlage abgeschafft werden. Nicht zuletzt macht die Mehrbelastung durch die Umlage deutlich, wie wichtig es ist, dass inflationsgeplagte Bürger und Betriebe nicht noch an anderer Stelle zusätzlich belastet werden. Deshalb setzt sich der Bund der Steuerzahler zum Beispiel weiterhin dafür ein, dass die Politik die ungerechte kalte Progression komplett abschafft.

Zum Hintergrund

Hintergrund ist die angespannte Lage auf den Energiemärkten, die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Drosselung russischer Gaslieferungen noch verschärft wurde. Die neue Gasumlage soll Unternehmen vor der Insolvenz bewahren, die aufgrund des externen Schocks und der hohen Beschaffungskosten ihren Lieferverpflichtungen nicht mehr nachkommen können.

Die kompletten Berechnungen finden Sie hier.

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