BdSt Rheinland-Pfalz - Keinen weiteren Ausgabewünschen nachgeben

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17.12.2008

Keinen weiteren Ausgabewünschen nachgeben

Haushaltsprobleme der Stadt Mainz ähneln denen des Landes

Der am Montag vom Finanzausschuss auf den Weg gebrachte Haushalt 2009 kommt für den Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz einer Kapitulationserklärung gleich. Das Problem, dass die Landeshauptstadt mehr ausgibt, als sie einnimmt ist bekannt. An Zurückhaltung wird dennoch nicht gedacht. Die bisher bekannt gewordenen Zahlen zeigen deutliche Parallelen zur Finanzpolitik des Landes. "Was die ausufernde Schuldenpolitik der Beck-Regierung auf Landesebene ist, das ist das immer wiederkehrende strukturelle Defizit in der Landeshauptstadt!", so BdSt-Geschäftsführer Peter Pferdekemper. Allein im nächsten Jahr verbrauche die Stadt fast 70 Mio. Euro ihres Vermögens.

So lebe die Stadt seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse. Alle Bereiche zusammengefasst, beliefen sich die Verbindlichkeiten der Landeshauptstadt auf mehr als eine Milliarde Euro. Ursache sei für den Steuerzahlerbund in erster Linie das Ausgabeverhalten. Dieses müsse sich endlich nach dem Machbaren und nicht nach dem Wünschenswerten richten. Auch die von Finanzdezernent Kurt Merkator angesprochenen projektbezogenen Landeszuschüsse seien ein Grund für die schlechte Haushaltslage aller Kommunen im Land. "Bei den angestellten Vergleichen von Mainz mit Städten anderer Bundesländer muss man hinzufügen, dass diese Zuweisungen ohne Projektbezug erhalten.", so der BdSt-Geschäftsführer. Dies erhöhe die Flexibilität bei den kommunalen Haushalten.

Es scheint, als würden alle Ansätze zu Veränderungen im Sande verlaufen. So seien, wie Merkator in seiner Einbringungsrede andeutet, Leistungseinschnitte nicht mit der nötigen Konsequenz verfolgt worden. Dieses "mea culpa" des Finanzdezernenten sei für den BdSt ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Stadtvorstand und Stadtrat, sich endlich der finanziellen Realität der Stadt Mainz bewusst zu werden und die Haushaltskonsolidierung zielstrebig anzugehen. Sonst bliebe Merkator weiterhin nur die undankbare Aufgabe, jedes Jahr bei der Kommunalaufsicht um neue Kreditgenehmigungen zu betteln.

Trotz des enormen Schuldenberges will Merkator gegen Ende des Jahres 2009 noch ein positives Eigenkapital ausweisen, denn dann wird voraussichtliche die erste Bilanz der Stadt Mainz veröffentlicht. Der Wert, um den das Vermögen dann die Schulden übersteigt, ist das Eigenkapital. "Ist das erstmal weg, gehört die Stadt der Bank!", fasst Pferdekemper die Lesart der kommunalen Bilanz zusammen.

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