Kein Geld für Schulbücher aber für Politikerreisen?
BdSt kritisiert Stadt MainzPeter Pferdekemper, Geschäftsführer des BdSt heute in Mainz: "Einmal mehr stellt sich die Stadt ein Armutszeugnis im wahrsten Sine des Wortes aus. Für die Ausbildung der Kinder können angeblich keine Mittel aufgebracht werden, aber für Reisen städtischer Delegationen in ferne Länder stehen Gelder zur Verfügung." Er erinnerte daran, dass bereits im Frühjahr eine Mainzer Delegation für eine Woche in die befreundete Stadt Baku (Aserbaidschan) gereist war. Offenbar stünden in Mainz für bestimmte freiwillige Leistungen wie Städtepartnerschaften Mittel zur Verfügung, während andere Ausgaben dem Haushaltsdefizit zum Opfer fielen.
Die Politikerphrasen, wonach Kinder die Zukunft des Landes seien, würden als Lippenbekenntnisse enttarnt, wenn für Städtepartnerschaften im städtischen Haushalt 90.700 Euro bereit stünden (Haushaltsjahr 2006) aber Hilfen für Kinder aus bedürftigen Fami-lien abgelehnt würden. Noch krasser erscheint der Steuerzahlerorganisation dieser Umstand, wenn die Stadt sich mit Millionen am Neubau eines Fußballstadions beteiligen will. In Mainz scheine Profifußball offenbar einen höheren Stellenwert zu besitzen als die schulische Förderung der Kinder.


