BdSt Rheinland-Pfalz - BdSt zum liechtensteinischen Steuerskandal

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22.02.2008

BdSt zum liechtensteinischen Steuerskandal

Dr. Karl-Heinz Däke zu Gast in der ZDF-Talkrunde "Kerner"

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler Deutschland, Dr. Karl-Heinz Däke, war am Mittwochabend Gast in der Talkshow "Kerner" im ZDF. Weiterhin waren Journalist Dagobert Lindlaub, Unternehmer Wolfgang Rupp und Michael Lauber vom Liechtensteinischen Bankenverband in dieser Runde vertreten. Das Thema war die kürzlich aufgedeckte Steuerhinterziehung hunderter Deutscher über liechtensteinische Konten. Im Fokus der Ermittlungen steht Klaus Zumwinkel, der inzwischen als Chef der Deutschen Post AG zurückgetreten ist.

Dr. Däke monierte die Praxis, mit der die Ermittlungsergebnisse in die Öffentlichkeit gelangten. Die durch die öffentliche Verhaftung von Herrn Zumwinkel geschürten Emotionen würden die Gefahr einer Vorverurteilung bergen. Die Verfolgung von Steuerhinterziehung sei richtig und wichtig, jedoch die Art und Weise der Ermittlung "einem Rechtsstaat nicht würdig", so Dr. Däke. Er wehre sich gegen einen Generalverdacht, jeder Steuerzahler sei ein Steuerhinterzieher. Zwar sei die Steuermoral in den letzten Jahren schlechter geworden, doch müsse man in diesem Zusammenhang auch über die Ausgabenmoral des Fiskus diskutieren. Wenn Steuerhinterziehung bestraft werde, so müsse auch "derjenige bestraft werden, der Steuergelder vorsätzlich verschwendet.", so Dr. Däke weiter. Der Steuerzahler finanziere mit seinem Geld das Gemeinwesen, doch verlange er einen verantwortungsvollen und wirtschaftlichen Umgang mit diesem Geld. Darüber hinaus rügte Dr. Däke die Besteuerungsmoral des Staates. Unternehmen und Bürgern würden eine Vielzahl von Pflichten auferlegt, was als "fiskalische Gängelung" empfunden würde. Er forderte ein transparentes und einfaches Steuersystem mit niedrigen Steuersätzen, "das jeder begreifen kann" und das berechenbar ist. Das Heraufsetzen der Höchststrafe für den Tatbestand der Steuerhinterziehung hält Dr. Däke für eine unwirksame Maßnahme. Dies sei "reiner Populismus und Wahlkampf".

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